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Artilleriefährprähme (AF) basierten auf den 1940 für die Landung in England entwickelten Marinefährprähmen (MFP). Da dieses Unternehmen gestrichen werden musste, wurden die Fahrzeuge für andere Einsätze frei. Der pontonartige Rumpf war einfach konstruiert: Ein kastenförmiger Mittelteil, im Bug- und Heckbereich war der Schiffsboden schräg hochgezogen. Mit drei LKW-Motoren von je 125 PS erreichten sie eine maximale Geschwindigkeit von 10 - 12 Knoten, je nach Beladung und Seegang. Die Bewaffnung bestand anfangs aus ein bis zwei 2 cm - Flaks, später kamen weitere Geschütze hinzu. Weil Artillerieträger fehlten, baute man einige der MFP um. Außen an die Bordwände kamen Panzerplatten und die Bugklappe wurde dichtgesetzt. Zur Unterbringung von Mannschaften und Munition hat man den Laderaum unterteilt und die vorhandenen Aufbauten bekamen Geschützplattformen. Die typische Bewaffnung bestand aus zwei 8,8 oder 10,5 cm Geschützen, einer 3,7 cm - Flak, zwei 2 cm Flakvierlingen und zwei 15 mm MG. Dadurch verringerte sich die Höchstgeschwindigkeit zwar auf etwa 8 Knoten, trotzdem waren sie durch ihre starke Bewaffnung ernstzunehmende Gegner, die viele Erfolge verbuchen konnten.

 

Ein virtuelles Modell, das ich 2007 für eine Eisenbahnsimulation erstellt hatte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Abschnitt Frühere Modelle ist ein vor in den 70er-Jahren von mir gebauter Artilleriefährprahm zu sehen. Im Jahr 2016 hatte ich dieses Schiff noch einmal aus einem Bausatz im Maßstab 1:72 gebaut. Es ist 70 cm lang, 9 cm breit, hat einen Tiefgang von 2,3 cm und wiegt fahrbereit etwas über 1 kg.

Der Modellbausatz stammt von Schiffsmodellbau Nord und hat einen Fertigrumpf aus GFK. Die Aufbauten bestehen aus Polystyrol - Frästeilen. Für die weitere Ausrüstung habe ich Teile von Bausätzen verschiedener Hersteller verwendet. Mein spezieller Dank gebührt der Fa. Revell, die mir zusätzliche Teile aus dem Bausatz des Schnellbootes S100 lieferten, mit denen ich die Bewaffnung und Ausrüstung vervollständigen konnte. Die Herstellung der Reling war nicht ganz unproblematisch, weil die Bohrungen der geätzten Stützen zu eng für die vorgesehenen Drähte waren und erst aufgebohrt werden mussten. Für die Relings der Aufbaudecks habe ich wegen der zahlreichen Winkel Nähgarn verwendet. Mit Sekundenkleber stabilisiert und einem metallisch grauen Anstrich sieht es wie Drahtseil aus. Auf dem Hauptdeck habe ich aus Stabilitätsgründen aber doch lieber Messingdraht verwendet. Dabei kann ich von der Verwendung von Rollenware nur abraten, weil man die Krümmungen nicht wirklich herausbekommt. Mir lagen inzwischen bessere Pläne und Daten vor, daher konnte ich Fehler, die sich bei meinem ersten Modell eingeschlichen hatten, vermeiden.

Innenansicht mit Antriebsanlage und Stromversorgung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Etwa ein Jahr nach dem 1:72 - Modell habe ich das gleiche Schiff noch einmal im Maßstab 1:35 gebaut. Es war im Frühjahr 2017 fahrbereit, aber noch nicht komplett fertig. Auf diesem Foto ist das Modell bewusst etwas hecklastig getrimmt, weil so die Propeller bei Rückwärtsfahrt weniger Luft ziehen. Durch die Verwendung mehrerer Mischer können alle drei Maschinen und das Ruder über einen einzigen Steuerknüppel bedient werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Baubericht des 1 : 35 - Modells

 

Ich habe anhand diverser Abbildungen und Pläne und unter Bezug auf das Buch Plattbugkreuzer den Bauplan des Artilleriefährprahms Typ D rekonstruiert und ihn zur Grundlage meines Modells gemacht. Es wird nach seiner endgültigen Fertigstellung in vielen Details dem im Buch dargestellten AF 106 ähneln, weicht aber bezüglich der Bewaffnung ab. Das folgende Bild gibt meinen Plan in vereinfachter Form wieder.

2 cm - Flakvierling                 10,5 cm SK            (2 x 15 mm Fla-MG)                   3,7 cm Flak              10,5 cm SK           2 cm - Flakvierling

 

Bei meinem ersten Modell bestanden Rumpf und Aufbauten aus Sperrholz verschiedener Stärken. Dieses Prinzip habe ich weitgehend übernommen. Allerdings besteht das Steuerhaus mit den teilweise sehr feinen Details aus Polystyrol-Frästeilen, die die Fa. Schiffsmodellbau Nord freundlicherweise für mich angefertigt hatte. Die dreiblättrigen Propeller der AFPs hatten im Original alle die gleiche Drehrichtung. Hieran habe ich mich nicht gehalten: Der Steuerbord-Propeller ist rechtsdrehend, die beiden anderen sind linksdrehend. Außerdem habe ich Vierblatt-Versionen genommen, um den etwas geringeren Durchmesser zu kompensieren. Umgerechnet entspräche dem Durchmesser von 73 cm einer von 21,5 mm. Ohne auf Sonderanfertigungen zurückgreifen zu müssen waren aber nur welche mit 20 mm verfügbar. Ich habe auch ein drittes Ruderblatt eingebaut, weil das Schiff sonst mit der Mittelmaschine allein schwerer zu steuern wäre. Bei der Ausgestaltung der Decks musste ich vielfach improvisieren, es gibt einfach zu wenige Fotos. Eins ist mir allerdings von Anfang an klar gewesen: Eigentlich hätte irgendwo das bekannte Schild 'wegen Überfüllung geschlossen' stehen müssen. Was da alles an Deck herumlag wirkte geradezu chaotisch. Man konnte dadurch nur erahnen, dass zumindest die Aufbaudecks mit Holz belegt waren.

 

                Maschinenraum mit drei Robbe Power 400/45                                          Rumpf-Rohbau mit dem erstem Anstrich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aufbauten in verschiedenen Bauzuständen

Die hier probeweise aufgestellten Schutzschilde der 10,5 cm bestehen aus grauem Karton, die Details sind einfach aufgedruckt. Für die endgültige Ausführung (s. folgende Abbildungen) habe ich einen dunkleren Karton gewählt, der besser zum Farbton der Fla-Waffen passt, sich aber inzwischen stark verfärbt hat (s. folgendes Bild). Neue Teile aus Kunststoff sind in Arbeit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                    Brückenaufbau                                                                        Vordere 10,5 cm SK (g.E.) und etwas 'Dekoration'

In diesem Baustadium war ich noch unentschlossen, ob ich weitere Details von AF 106 nachbilden sollte oder ob es eher ein allgemeines Typ D - Modell werden sollte. Bei weiteren Recherchen konnte ich dann herausfinden, dass vermutlich nur AF 106 dem Typ D2 (oder D3 - die Informationen darüber erscheinen mir recht widersprüchlich) zuzuordnen war. Außerdem seien nur bei diesem AFP Funkmessgeräte (FuMO = FunkMess-Ortung und FuMB = FunkMess-Beobachtung) eingebaut worden. Das war zu verlockend, also habe ich mich nach passenden Bausätzen solcher Antennen umgeschaut. Fündig wurde ich beim 'Modellbau Wikinger', von dem ich schon viele Bauteile für den Kriegsfischkutter bezogen hatte. Er liefert einen Bausatz des auf U-Booten verbauten FuMO 29 in Kombination mit den Samoa-Antennen des FuMB 5. Im Buch 'Plattbugkreuzer' fand ich zwei Abbildungen, die ich als Vorlage für das Aussehen und die Anordnung dieser Antennen nutzen konnte (s.u.). Die kleineren FuMB-Antennen habe ich aus Messing-Gitter und winzigen L-Profilen zusammengelötet.

Etwas ungewöhnlich erschien mir anfangs die Anordnung dieser Antennen. Sie waren nicht - wie sonst üblich - auf der Rückseite der FuMO-Antenne montiert. Stattdessen befanden sich an den Seiten des Peildecks vier separate Antennen. Möglicherweise steckte die Überlegung dahinter, Funkmessung und Funkmessbeobachtung gleichzeitig und in verschiedenen Richtungen durchzuführen.

 

AF 106 war lt. Literaturangaben mit zwei 8,8 cm SK - es handelte sich dabei aber nicht um die bekannte 'Acht-Acht' - bewaffnet. Da mir für diese Geschütze brauchbare Unterlagen für den Nachbau fehlten, habe ich an deren Stelle zwei 10,5 cm - SK (g.E.) eingebaut.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aufnahme des Steuerhauses mit den Nachbildungen der Funkmess-Antennen.

 Die Dipole werden noch den Originalen angepasst.

Vorlagen-Bilder aus dem Buch G.-D. Schneider, 'Plattbugkreuzer'; Mittler 1998.
Mit freundlicher Genehmigung des Verlags Koehler-Mittler

 

 

 

 

 

 

Ob die Schiffskennung auf dem Heckspiegel in dieser Form bzw. überhaupt existierte, ist nicht sicher. Ich habe allerdings auf einzelnen Fotos eine derartige Kennung entdecken können. Wahrscheinlich wurden diese nach und nach übermalt um eine Identifizierung der Einheiten zu erschweren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Raketenabschußgeräte (RAG) waren auf vielen Einheiten zur Tieffliegerabwehr vorhanden. Man konnte damit nicht nur Drahtseilraketen sondern auch Spreng- oder Nebelgranaten verfeuern. Aus Platzgründen habe ich vorerst nur zwei RAGs eingebaut. Eins befindet sich auf der Steuerbordseite vorn zwischen dem Flakvierling und der 10,5 cm (linkes Bild), das andere habe ich backbordseitig vor dem hinteren 10,5 cm - Geschütz aufgestellt (rechts).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese Aufnahme vom zeigt das Modell mit den alten Schutzschilden aus Karton, der im Lauf der Zeit einen rosa Farbstich bekommen hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschütze mit neuen Schutzschilden

Aus der Abwicklung des Karton-Schutzschildes habe ich eine Fräsvorlage erstellt. Feine Rillen ersetzen die aufgedruckten Plattenstöße, an den Positionen der gedruckten Nieten befinden sich Bohrmarkierungen für die Stifte der Nietenattrappen. Außerdem ist jetzt eine Bedienungsmannschaft vorhanden.

Den Schutzschild des Heckgeschützes habe ich als geschweißte Version gebaut, also ohne sichtbare Nietenköpfe. Das hat seinen Grund in der Beschaffung wirklich vorbildgetreuer Nieten-Attrappen. Ich habe die Information erhalten, dass diese Nieten extrem flache Köpfe hatten und die konnte ich im Zubehörhandel nicht finden. Wahrscheinlich werde ich beim Schild des Buggeschützes nachträglich die Nietenköpfe herunterschleifen, weil die definitiv zu groß sind.

 

Inzwischen haben die Schilde auch beidseitig Halterungen für je zwei Stahlhelme und Abdeckungen der Sehschlitze in geöffneter Stellung. Zuweilen lagen auf den Schutzschild-Decken noch ein oder zwei Rettungsflöße. Darauf habe ich jedoch verzichtet, weil die den Höhenschwenkbereich der Geschütze beeinträchtigen würden.