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Artilleriefährprähme (AF) basierten auf den 1940 für die Landung in England entwickelten Marinefährprähmen (MFP). Da dieses Unternehmen gestrichen werden mußte, wurden die Fahrzeuge für andere Einsätze frei. Der pontonartige Rumpf war einfach konstruiert: Ein kastenförmiger Mittelteil, im Bug- und Heckbereich war der Schiffsboden schräg hochgezogen. Mit drei LKW-Motoren von je 125 PS erreichten sie eine maximale Geschwindigkeit von 10 bis 12 Knoten, je nach Beladung und Seegang. Die Bewaffnung bestand anfangs aus ein bis zwei 2 cm - Flaks, später kamen weitere Geschütze hinzu. Weil Artillerieträger fehlten, baute man einige der MFPs um. Außen an die Bordwände kamen Panzerplatten und die Bugklappe wurde zugeschweißt. Zur Unterbringung von Mannschaften und Munition hat man den Laderaum unterteilt und die vorhandenen Aufbauten bekamen Geschützplattformen. Die typische Bewaffnung bestand aus zwei 8,8 oder 10,5 cm Geschützen, einer 3,7 cm - Flak, zwei 2 cm Flakvierlingen und zwei 15 mm MG. Dadurch verringerte sich die Höchstgeschwindigkeit zwar auf etwa 8 Knoten, trotzdem waren sie durch ihre starke Bewaffnung ernstzunehmende Gegner, die viele Erfolge verbuchen konnten..

Bild 1: Der in den 70er-Jahren von mir gebauter Artilleriefährprahm im Maßstab 1:35, der allerdings auf Grund fehlender Unterlagen nicht ganz dem Original entsprach.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein neues Modell im Maßstab 1:35

Etwa ein Jahr nach Fertigstellung des 1:72 - Modells habe ich das gleiche Schiff noch einmal im Maßstab 1:35 gebaut. Das Modell ist hier bewußt etwas hecklastig getrimmt, weil noch Ballast fehlte und so die Propeller bei Rückwärtsfahrt weniger Luft ziehen.

Das fertige Modell wurde inzwischen verkauft

 

Bild 2: Das noch nicht ganz fertigestellte Modell bei einer Testfahrt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Baubericht und Detailaufnahmen

 

Anhand diverser Abbildungen und Pläne und unter Bezug auf das Buch Plattbugkreuzer konnte ich den Bauplan des Artilleriefährprahms Typ D3 rekonstruieren und ihn zur Grundlage meines Modells gemacht. Es wird nach seiner endgültigen Fertigstellung in vielen Details dem im Buch dargestellten AF 106 ähneln, weicht aber bezüglich der Bewaffnung ab. Das folgende Bild gibt meinen Plan in vereinfachter Form wieder.

              2 cm - Flakvierling           10,5 cm SK     (2 x 15 mm Fla-MG)                   3,7 cm Flak                 10,5 cm SK            2 cm - Flakvierling

Bild 4: Vereinfachter Seitenriß mit den Positionen der Waffen

Bei meinem ersten Modell bestanden Rumpf und Aufbauten aus Sperrholz verschiedener Stärken. Dieses Prinzip habe ich weitgehend übernommen. Allerdings besteht das Steuerhaus mit den teilweise sehr feinen Details aus Polystyrol-Frästeilen, die die Fa. Schiffsmodellbau Nord freundlicherweise für mich angefertigt hatte. Die dreiblättrigen Propeller der AFPs hatten im Original alle die gleiche Drehrichtung. Hieran habe ich mich nicht gehalten: Der Steuerbord-Propeller ist rechtsdrehend, die beiden anderen sind linksdrehend. Außerdem habe ich Vierblatt-Versionen genommen, um den etwas geringeren Durchmesser zu kompensieren. Dem Durchmesser von 73 cm kommen 20 mm - Propeller am nächsten. Es ist auch ein drittes Ruderblatt eingebaut, weil das Schiff sonst mit der Mittelmaschine allein schwer zu steuern wäre. Bei der Ausgestaltung der Decks mußte ich vielfach improvisieren, es gibt einfach zu wenige Fotos.

                 

          Bild 5: Maschinenraum mit drei Robbe Power 400/45                                                                Bild 6: Rumpf-Rohbau mit dem erstem Anstrich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aufbauten in verschiedenen Bauzuständen

Bild 7: Die Aufbauten bestehen teilweise aus Sperrholz, teilweise aus Polystyrolplatten

 

Bild 8: Die probeweise aufgestellten Schutzschilde der 10,5 cm bestehen aus hellgrauem Karton, die Details sind aufgedruckt.

Für die endgültige Ausführung habe ich den dunkleren Karton von Bild 7 gewählt, der besser zum Farbton der Fla-Waffen paßte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

    

        

                                Bild 9: Brückenaufbau                                                                        Bild 10: Vordere 10,5 cm SK (g.E.) und etwas 'Dekoration'

In diesem Baustadium war ich noch nicht entschieden, ob es ein detailliertes Modell von AF 106 oder eher ein allgemeines Typ D - Modell werden sollte. Nachdem ich bei weiteren Recherchen herausfinden konnte, daß anscheinend nur AF 106 mit Funkmeßgeräte (FuMO = FunkMeß-Ortung und FuMB = FunkMeß-Beobachtung) ausgerüstet war. Das war zu verlockend, also habe ich mich nach passenden Bausätzen solcher Antennen umgeschaut. Fündig wurde ich beim 'Modellbau Wikinger', von dem ich schon viele Bauteile für den Kriegsfischkutter bezogen hatte. Er liefert einen Bausatz der auf U-Booten eingebauten Funkmeß-Antennen, die sich entsprechend anpassen ließen. Im Buch 'Plattbugkreuzer' fand ich zwei Abbildungen als Vorlage für das Aussehen und die Anordnung dieser Antennen (s.u.). Die kleineren FuMB-Antennen habe ich aus Messing-Gitter und winzigen L-Profilen zusammengelötet (s. Bilder 11 bis 13).

Etwas ungewöhnlich erschien mir anfangs die Anordnung dieser Antennen. Sie waren nicht - wie sonst üblich - auf der Rückseite der FuMO-Antenne montiert. Statt dessen befanden sich an den Seiten des Peildecks vier separate Antennen.

 

AF 106 war lt. Literaturangaben mit zwei 8,8 cm SK - es handelte sich dabei um die Marineversion - bewaffnet. Mangels brauchbarer Unterlagen für diese Geschütze habe ich zwei 10,5 cm - SK (g.E.) nach einem Plan von Herrn Eichardt eingebaut.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Bild 11: Aufnahme des Steuerhauses mit den Funkmeß-Antennen.

 

Bilder 12 und 13: aus dem Buch G.-D. Schneider, 'Plattbugkreuzer'; Mittler 1998.
Mit freundlicher Genehmigung des Verlags Koehler-Mittler

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild 14: Ob die Schiffskennung auf dem Heckspiegel standardmäßig existierte, ist nicht sicher. Es gibt allerdings Fotos mit einer derartigen Kennung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Raketenabschußgeräte (RAG)

... waren auf vielen Einheiten zur Tieffliegerabwehr vorhanden. Man konnte damit nicht nur Drahtseilraketen sondern auch Spreng- oder Nebelgranaten verfeuern.

Normalerweise sollten davon vier vorhanden sein aus Platzgründen sind es aber nur zwei geworden.

 

Bild 15: Vorderes RAG

Bild 16: Hinteres RAG

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild 17: Das voll ausgerüstete Modell, allerdings noch mit den farbstichigen Karton-Schutzschilden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neue Schutzschilde

Aus der Abwicklung des Karton-Schutzschildes habe ich eine Fräsvorlage erstellt. Die Schilde können als genietete oder als geschweißte Version gebaut werden.

Bilder 18 bis 20: Vorderes Geschütz mit genietetem Schild

 

Bild 21 (links):

Der Schutzschild des Heckgeschützes ist als geschweißte Version gebaut. Das hat seinen Grund in der Beschaffung wirklich vorbildgetreuer Nieten-Attrappen. Diese Nieten hatten extrem flache Köpfe und die waren im Zubehörhandel nicht zu finden.

Außerdem haben die Schilde auch beidseitig Halterungen für je zwei Stahlhelme und Abdeckungen der Sehschlitze in geöffneter Stellung erhalten. Zuweilen lagen auf den Schutzschild-Decken noch ein oder zwei Rettungsflöße. Weil die den Höhenschwenkbereich der Geschütze beeinträchtigt hätten, wurde darauf verzichtet. Außerdem sind jetzt Bedienungsmannschaften vorhanden.