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Seitenansicht des Modells im Maßstab 1 : 35

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hintergrundinformationen

Kriegsfischkutter (KFK) wurden als 'Hilfskriegsschiffe für den Vorposten- und Sicherungsdienst' eingesetzt. Den meisten ist vermutlich nicht bekannt, dass es sich dabei mit über 1000 geplanten und ca. 600 fertiggestellten Einheiten um den am meisten gebauten Kriegsschifftyp der deutschen Kriegsmarine handelte. Unbestätigten Angaben zufolge sollten um das Jahr 2000 herum noch mehr als 20 davon unter deutscher Flagge zivil genutzt werden. Die Schiffe zeichneten sich durch eine exzellente Seefähigkeit aus. Das kann ich aus eigenem Erleben bestätige, da ich in den 70er-Jahren mehrfach auf dem Forschungskutter Uthörn (ex KFK 492) mitfahren konnte. Selbst bei 6 - 7 Windstärken und 2 m Wellenhöhe blieb sein Deck relativ trocken.

Die  Planung dieser Schiffe begann in den späten 30er-Jahren als sog. Reichsfischkutter. In den Jahren 40/41 entstand dann der endgültige Entwurf und bereits Ende 1941 wurde der Prototyp gebaut. Die Schiffe wurden in Kompositbauweise (Stahlspanten mit Holzbeplankung) hergestellt, wobei man schon damals eine Art Baukastensystem nutzte. Dadurch ließen sich die Fahrzeuge schnell und kostengünstig produzieren. Sie waren 24 m lang und hatten eine Wasserverdrängung von etwa 110 Tonnen. Mit einem 137 PS - Diesel erreichten sie eine Geschwindigkeit von 9 Knoten. Die Konstruktion war so ausgelegt, dass die Kutter nach Kriegsende als reguläre Fischereifahrzeuge weiter zu nutzen waren. Eins dieser Schiffe hat es als Modellbaukasten zu einer gewissen Bekanntheit gebracht, die Elke von Graupner, ex KFK 612. Leider gibt es dieses Modell schon seit längerer Zeit nicht mehr, dabei war es ein ideales Einsteigermodell. Auch mein Modell ist unter Verwendung eines Elke-Rumpfs entstanden.

Anfangs waren die KFK nur mit zwei 2 cm Flaks ausgerüstet, was sich bald als unzureichend erwies. Daher wurde zuerst das Geschütz auf der vorderen Plattform durch eine 3,7 cm Flak ersetzt. Wegen der immer mehr zunehmenden Luftangriffe baute man bei einigen Booten achtern einen 2 cm - Flakvierling ein. Zur U-Jagd standen beidseitig auf dem Achterdeck je drei Wasserbomben-Abwurfgestelle. Außerdem waren bei einigen Booten am Heck noch zwei Nebelkannen aufgestellt. Eine Schleppwinde für das Minensuchgeschirr befand hinter dem Aufbau, unter der achteren Flakplattform. An Deck waren nur die beiden Schwimmbojen für das Räumgeschirr untergebracht, die restliche Ausrüstung befand sich unter Deck in der sogenannten Sperrlast. Deren Lukendeckel ist beweglich, weil ich darunter den Schalter für die Stromversorgung versteckt habe.

 

 

 

 

                              

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kurze Baubeschreibung

Wie oben schon erwähnt, ist das Modell auf einer vorhandenen, reparaturbedürftigen Elke aufgebaut. Ich habe alle Aufbauten entfernt, die herausnehmbaren Decksteile erneuert und eine neue Welle eingesetzt. Den vorhandenen Motor (Monoperm Super) konnte ich wiederverwenden, da er anscheinend wenig gelaufen war.

Soweit auf dem fest eingeklebten Deck Markierungen für Aufbauten existierten, habe ich die mit Schleifpapier und Glasfaser-Radierer entfernt und bei der Gelegenheit auch die Plankennähte nachgezeichnet sowie die fehlenden Stoßnähte hinzugefügt. Der Rumpf wurde zuerst von außen komplett grau, etwas dunkler als RAL 7000, lackiert, die Innenseite des Schanzkleids, seine Stützen und das Leibholz hellgrau, die Farbe entspricht etwa RAL 7001. Nach dem Durchtrocknen bekam das Unterwasserschiff einen dunkelgrauen, fast schwarzen Anstrich (RAL 9017).

Die meisten Teile für die neuen Aufbauten habe ich vom 'Modellbau-Wikinger' bezogen. Sie sind äußerst präzise gefertigt und erfordern kaum Nachbearbeitung. Man kann - je nach Bedarf entweder den kompletten Satz oder auch einzelne Baugruppen beziehen. Auch die Wasserbomben und das Räumgeschirr habe ich von dort bezogen. Außerdem werden der Rumpf, das Deck und weitere Ausbauteile angeboten, mit denen man auch die zivile Kutterversion bauen kann.

Die endgültige Bewaffnung besteht aus einem 2 cm - Flakvierling (Plastikmodell von Tamiya) und einer 37 mm - Flak von Robbe, die ich noch im Vorrat hatte. Von verschiedenen Herstellern stammen die entsprechend umgearbeiteten Figuren für die Besatzung. Das Rettungsfloß und die Nebelkannen habe ich als Ersatzteile des S100 - Bausatzes von der Fa. Italeri bezogen.

Für die auf dem Deck verteilten Luken mit Oberlichtern (1.) hätte ich Dutzende Messingdrähte als Schutzbügel anfertigen müssen. Ohne eine Hilfskonstruktion bekommt man die aber nie in exakt gleicher Länge hin. Ich habe stattdessen Gummi-Nähgarn verwendet. Die Bohrungen für die Bügel sind bereits angedeutet, ich musste sie nur noch ganz durchbohren. Dann habe ich das Garn fortlaufend hindurchgefädelt (2.) und an jeder Bohrung von unten mit Sekundenkleber fixiert. Nach dem Aushärten wurden die schräg verlaufenden Fäden auf der Rückseite mit einem Skalpell abgetrennt (3.) und dann alle verbliebenen Fäden mit Sekundenkleber getränkt. Ein Anstrich in Metallic-Grau vervollständigt das Ganze (4.). Normales Garn ist weniger geeignet, weil man das beim Einbau nicht unter Spannung halten kann, es treten spätestens beim Lackieren Dellen und Verbiegungen auf.

 

(1.) Decksluken und Oberlichter                     (2.) Durchfädeln des Garns             (3.) Abschneiden der unteren Fäden     (4.) fertige Schutzbügel

 

 

 

 

 

 

 

Vordeck mit erneuerter Flak-Plattform

Beim Vordeck bin ich etwas vom Modell-Vorbild abgewichen. Statt der Ankerwinde aus dem Bausatz steht dort eine etwas kleinere, selbst gebaute. Der Laternenträger ist ebenfalls etwas zierlicher ausgefallen. Dass die 'Drei-Sieben' von Robbe eigentlich im Maßstab 1: 40 konstruiert ist, stört nicht allzusehr. Allerdings habe ich später das Geschützrohr durch ein aus Messing gedrehtes, maßstäblich korrektes ersetzt. Die Holzgräting der Plattform wurde ebenfalls erneuert. Die hier noch sichtbare Klebemarke von der ehemaligen Elke ist inzwischen auch entfernt. Das Abgasrohr vom Ofen im Mannschaftsraum steht noch nicht in der richtigen Position.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

An den Seiten des Achterdecks stehen 6 Wabo-Abwurfgestelle, die Galgen für das Minenräumgeschirr und zwei Nebelkannen. Dazwischen liegen die beiden Schwimmer für das Räumgeschirr. Die Relingdurchzüge im Heckbereich bestanden aus abnehmbaren Stahlseilen. Ich habe die mit silbergrauem Stickgarn, das mit Sekundenkleber gefestigt wurde, imitiert. Die Türgriffe stammen, wie die Nebelkannen, aus dem S100-Bausatz von Italeri.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Achterdeck mit geöffnetem Luk zur Sperrlast, Mast noch in alter Position Mast und Winde in neuer Position

 

Auf den ersten mir zugänglichen Fotos befand sich der (einzige) Mast seitlich an der achteren Flakplattform - das gefiel mir zwar nicht, war aber anscheinend ein Zugeständnis an das freie Schussfeld nach hinten. Später fand ich dann weitere Varianten: Mast mittig hinter der Plattform, an der Rückwand des Steuerhauses und - welche Überraschung - überhaupt kein Mast. Ursprünglich hatte ich die Position in der Mitte, hinter der Plattform gewählt. Das war nicht so geschickt, weil dadurch der Flakvierling nicht mehr direkt achteraus hätte feuern können. Beim Aufstellen der ursprünglich vorgesehenen 2 cm Einzelflak wäre das vielleicht noch gegangen, aber eben nicht mehr mit dem Vierling. Außerdem konnten dadurch die Leinen des Räumgeschirrs nur noch am Mast vorbei geführt werden, also musste er da weg. Ich habe ihn schließlich direkt hinter das Steuerhaus gesetzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Position und Befestigung des Ofenrohrs vom Mannschaftsraum.
Nach einem Foto aus 'Der Kuttertyp KFK' von Dr. H. Danner.

Die 'Drei-sieben' mit dem neuen Geschützrohr