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Neben den Landungs- und Transportfahrzeugen der Marine und des Heeres hatte auch die Luftwaffe eigene Fahrzeuge, die sog. Siebelfähren entwickelt. Sie wurden nach ihrem Konstrukteur, Major F. W. Siebel benannt, der dabei auf vorhandenes Material, nämlich das schwere Schiffsbrückengerät (s.S-Gerät) der Pioniere zurückgriff. Die Fähren waren von Anbeginn als Katamarane mit einer darüber liegenden Plattform ausgelegt. Der Antrieb erfolgte anfänglich durch ausgediente Flugzeugmotoren und Luftschrauben. Später wurden spezielle Heckteile (BMW-Endschiffe) entwickelt, in die ein  gedrosselter Flugzeugmotor eingebaut wurde, der einen Schiffspropeller antrieb.

Es gab verschiedene Varianten der Siebelfähre, ich beschränke mich hier auf den Typ 40, dessen knapp 25 m langen Rümpfe aus einem Bugteil, sieben Mittelpontons und einem BMW-Endschiff bestanden. Die Plattform reichte über die gesamte Breite von 13,7 m und erstreckte sich über alle Mittelpontons und das vordere Viertel der Endschiffe. Der komplette Bugteil und der Rest des Endschiffs blieben frei. Auf dieser Grundkonstruktion basierten praktisch alle Varianten dieses Typs.

Es gab reine Transportversionen mit einem relativ kleinen Deckshaus und einer sehr sparsamen Flakbewaffnung, daneben existierten aber auch schwer bewaffnete Einheiten, die z.B. mit mehreren 2 cm - Flakvierlingen und 3,7 cm Einzelflaks ausgerüstet waren. Die Schwere Flakkampffähre war die kampfstärkste Ausführung. Sie trug normalerweise drei (selten auch vier) Acht-Acht und zwei 2 cm - Einzelflaks. Den Bau dieses Typs werde ich hier beschreiben.

Mit freundlicher Genehmigung des Historischen Marinearchivs darf ich Originalzeichnungen in den Bericht einbinden:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Planung

Als Unterlagen dienten mir das Buch von Schenk/Klein, Deutsche Landungsfahrzeuge sowie Fotos und Zeichnungen aus dem Historischen Marinearchiv.

Für die Rumpfseitenwände habe ich eine Fräsvorlage entworfen, bei der die Stöße zwischen den einzelnen Pontons durch Gravuren angedeutet sind. Die restlichen Bauteile werden aus ABS- oder Polystyrolplatten zurechtgeschnitten. Selbstverständlich kann man hier auch einen immensen Aufwand treiben, indem man vielleicht sogar die Einzelpontons nachbaut und sich als 'Nietenzähler' betätigt. Ist nicht mein Ding, ich baue reine Fahrmodelle und nichts fürs Museum. Damit soll es hier gut sein - ich habe dazu bei meinen anderen Modellen schon genug geschrieben.

Da die Aufbauwände im Original aus Brettern bestanden, wollte ich sie auch im Modell aus dünnen Leisten zusammensetzen. Während des Baus bin ich auf eine einfachere Lösung gekommen: Es gibt von evergreen Kunststoff-Strukturplatten, darunter auch welche mit Bretterwand-Gravur.

Das Holzdeck habe ich nach mehreren Tests aus einer Sperrholzplatte angefertigt und die Fugen mit einem sehr weichen Bleistift (8B) aufgezeichnet. Danach alles gebeizt und mit transparentem Mattlack versiegelt

Zu den Motoren kommt weiter unten etwas mehr. Der maßstäblich  korrekte Propellerdurchmesser beträgt 22 mm, am nächsten käme dem ein 20 mm - Propeller. Der erscheint mir zu klein, daher habe ich einen 25 mm - Propeller verwendet; die Welle kann so fast horizontal eingebaut werden.

Für die Bewaffnung und Mannschaften greife ich auf einschlägige Plastikbausätze zurück, ein vorbildgetreuer Eigenbau ist mit meiner begrenzten Maschinenausstattung nicht möglich. Die hohen Preise für diese Bausätze haben vermutlich den größten Anteil an den Gesamtkosten des Modells.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vereinfachter Entwurf auf Basis der nachstehenden Daten mit Decksaufbauten, ohne Waffen und Ausrüstung

Abmessungen der Rümpfe (alle Maße in mm)

 

Länge

Breite

Seitenhöhe Tiefgang
Original 24250

4100

1650 1200

Modell

694 120

47

35

Das  Modell wird in sechs Schritten angefertigt:

1.) Bau des ersten Rumpfes mit der Antriebs- und Ruderanlage, Funktionstests

2.) Bau des zweiten Rumpfes

3.) Verbinden beider Rümpfe durch Querträger, Montage des Holzdecks

4.) Einbau noch fehlender Teile der Fernsteuerung, erste Probefahrt

5.) Bau und Montage der Aufbauten, Anbringen noch fehlender Kleinteile

6.) Aufstellen der Waffen und Besatzung; eventuelle Restarbeiten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Details zu den Einzelrümpfen (Erläuterungen im Baubericht)                             

Besonderheiten bei der Ruderanlenkung

Da das Ruder außen an der Heckbordwand befestigt ist, ist in diesem Fall die sonst übliche Ansteuerung durch ein Gestänge unter Deck nicht möglich, es bleibt nur die dem Original entsprechende Möglichkeit, das Ruder mit Hilfe von Steuerseilen zu bewegen.

Am Ruderquadrant (der natürlich kein echter Quadrant ist) setzen zwei Steuerseile an, eins an seiner Steuerbord- und eins an der Backbordseite. Sie werden in der an der Vorderseite des Ruderquadranten erkennbaren Nut geführt: Das Seil von Steuerbord läuft über die backbordseitige Umlenkrolle zum Ruderservo, das von Backbord entsprechend über die steuerbordseitige Rolle. Als Material für die Steuerseile eignet sich sehr gut geflochtene, schwarze Angelschnur.

Das Ruderservo liegt vor dem Motor. Der Servo-Arm muß unter dem Holzdeck auf gleicher Höhe mit den Umlenkrollen liegen. Die Steuerseile laufen durch zwei Öffnungen im hinteren Querträger. Die Zugfedern halten die Seile immer unter geringer Spannung und fangen zugleich leichte Stöße gegen das Ruderblatt ab.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Baubericht

I: Erster Rumpf

Zuerst werden die gefrästen Bordwände mit der Bodenplatte zum Hauptteil des Rumpfes verklebt. Danach wird das abgerundete Heck angebaut. Seine horizontalen Rundspanten wurden zuerst angebracht, danach wurden die Längsspanten eingesetzt. Die nur 1 mm starke Bodenplatte wird als Rechteck mit etwas Überlänge zugeschnitten, erwärmt und so gut wie möglich an die Form der Spanten angepaßt. Unter den Spanten wird sie mit Klammern fixiert und mit 8 Schrauben 1 x 10 mm an die Spanten geschraubt. Die Löcher müssen unbedingt vorgebohrt werden, sonst dreht man die Schrauben ab. Es hilft sehr, wenn man zuvor die Lage der Spanten auf den Boden überträgt (und sich dabei nicht verschätzt, s. Bild 1). Sitzt alles korrekt, wird der Boden mit Sekundenkleber von innen an den Spanten und den bereits vorhandenen Bordwänden verklebt.

Bild 1: Boden des Achterschiffs 

Bild 2: Heck mit Spanten

Bild 3: Der komplette Heckabschnitt

Sind die Klebestellen gründlich ausgehärtet, wird der Boden mit einer Schere grob an die Kontur der Rundspanten angepaßt und durch Schleifen in die endgültige Form gebracht. Für die Heck-Bordwand wird ein 47 mm breiter und 1 bis maximal 1,5 mm dicker Polystyrol-Streifen mit etwas Überlänge zugeschnitten. Er stößt auf einer Seite an die schon vorhandene Bordwand, wird dort festgeklemmt und dann unter Einsatz weiterer Klammern um die Rundspanten bis an die gegenüber liegende Bordwand gelegt. Dort wird die Schnittlinie markiert, der Streifen wieder abgenommen, auf die passende Länge geschnitten, wieder festgeklammert und dann mit dem Boden und den Spanten verklebt. Man kann (und sollte) auch hier kleine Schrauben zur Entlastung der Klebenähte verwenden.  Nach dem Aushärten des Klebers kommen wieder Schere und Schleifer zum Einsatz. Die Bilder 2 und 3 zeigen das Resultat bevor das Deck aufgeklebt wird, die Klebenähte müssen anschließend noch mit Epoxy-Kleber stabilisiert und abgedichtet werden.

Bild 4: Der Rumpf ist grundiert, ein neuer Motor mit Fahrtregler ist eingebaut und das Ruder ist provisorisch montiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Antrieb und Ruderanlage

Die Beschaffung geeigneter Motoren führte zu einem unerwarteten Problem: Ursprünglich hatte ich den 280er-Typ vorgesehen, die sind aber zumindest zur Zeit nicht zu bekommen. Daher baute versuchsweise ich einen 400er-Motor ein (s. Bilder 2 und 3), der eigentlich zu kräftig war und einen recht hohen Stromverbrauch hatte. Im Vorrat fand ich noch zwei ältere - heute nicht mehr erhältliche - Brushless-Motoren mit passenden Reglern. Beide wurden getestet und schienen zu funktionieren. Nach deren Einbau der in beide Rümpfe gab es eine böse Überraschung: Die Motoren rührten sich nicht mehr, auch eine Neuprogrammierung beider Regler blieb erfolglos - ich habe daraufhin doch die 400er wieder eingebaut. Sie sind über die Senderprogrammierung auf etwa 50% ihrer Maximalleistung begrenzt.

Bild 5: Ruderservo

Die Spannschrauben zur Feinjustierung erwiesen  sich als überflüssig, daher hängen am Stellarm des Servos  nur noch die Spannfedern.  Die kleinen Rollen sorgen für die Parallelführung der Seile.

 

Bild 6: Führung der Steuerseile

Der Ruderquadrant und die Umlenkrollen liegen hier noch zu hoch über dem Deck, was später behoben wurde.

Korrekturen und Ergänzungen an den sichtbaren Decks

Bild 7: Achterdeck

Zur Korrektur der zu breit geratenen Luken mußten beide Achterdecks mit korrekten Maßen neu zugeschnitten werden. Bei der Gelegenheit kam je ein Trittblech vor den Niedergang,  zwei Doppelpoller ans Heck. Auf der Luke steht eine Ankerwinde mit Kettenführungen und Leitrollen.

 

Bild 8: Vordeck

Die Vordecks erhielten je eine Luke, vier Kreuzpoller  und die Stehbolzen für den vorderen Querträger.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bau des 2. Rumpfes und spätere Verbesserungsarbeiten an beiden Rümpfen

Beide Rümpfe bleiben bis auf den Fahrakku, die Antriebs- und die Ruderanlage weitgehend leer da sie zusätzlich den Auftrieb für die recht umfangreichen Aufbauten liefern müssen. Etwa in der Mitte jedes Pontons sind zwei Leisten eingeklebt, die den Akku seitlich führen. In der Längsrichtung bleiben die um eine Kopf- oder Hecklastigkeit kompensieren zu können. In der ersten Version bekamen die Pontons ein dem Original ähnliches Deck mit relativ kleinen Luken, was sich jedoch als unpraktisch herausstellte, weil den Zugang zu den Einbauten unnötig erschwerte. Daher wurden die kompletten, später sowieso nicht mehr sichtbare mittleren Decksabschnitte entfernt und auf die Verstärkungsleisten kamen U-Profile als Auflagen für das Holzdeck.

Bild 9: Die Rümpfe ohne Mitteldeck mit Aluprofilen als Decksauflagen

Der Bau des zweiten Rumpfes erforderte trotz der Änderungen weniger Zeit, innerhalb von drei Tagen war er im Rohbau fertig. Dieses Mal wurden die Heckspanten vorher miteinander verklebt und dann als komplette Baugruppe an den bereits fertigen vorderen Rumpfabschnitt angesetzt. Der Einbau des Bodens und der runden Heckbordwand verlief wie beim ersten Rumpf.

 

Bild 10: Endschiffe beider Rümpfe

Die Steuerseile waren auf den bisherigen Bildern nur provisorisch am Ruderquadranten verknotet, weil sie zum Anbringen der achteren Querträger mit den Öffnungen für die Seile noch einmal gelöst werden mußten. Danach konnten die Seile dann endgültig befestigt werden. Nach dem Tieferlegen der Ruderquadranten und Seilrollen paßten auch die Führungsschienen der Ankerketten.

Die Dreiteilung des hinteren Querträgers wurde für den vorderen Träger übernommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Probeweiser Zusammenbau beider Rümpfe

 
 

Bild 11: Alu-Winkelprofile verbinden beide Rümpfe

Auf diesem Bild waren auf den Einzelrümpfen noch die Mitteldecks vorhanden. Da alle Verbindungen geschraubt sind, ist eine Trennung der Rümpfe jederzeit möglich. Der Umbau der Holzdeck-Auflagen erforderte allerdings eine Dreiteilung der Querträger, weil die zugleich auch als Süllrand und Schutz vor Wassereinbruch dienen. Außerdem ist der vordere Träger bis dicht an die hinteren Poller vorverlegt worden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Holzdeck: Test verschiedener Ausführungen

Bild 12: Das Holzdeck aus einzelnen Leisten wirkt unecht, da die Leisten nicht präzise genug und auch nicht sicher auf der Kunststoffplatte verklebt werden konnten, die gesamte Fläche ist zudem wellig, da die Leisten anscheinend nicht gleich dick waren. Auch mit sehr dünnen  Leisten (ca. 0,3 mm) wurde das Ergebnis nicht besser. Eine 1,5 mm starke Sperrholzplatte mit eingeritzten Bretterfugen lieferte auch kein perfektes Bild, also gab es einen dritten Test mit gezeichneten Planken, der endlich ein zufrieden stellendes Ergebnis lieferte.

 

Bild 13: Das (noch nicht ganz) endgültige Holzdeck, die zweite Version hat keine von oben sichtbare Schrauben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aufbauten

 

Bild 14: Die Aufbauten im Rohbau

Alle Wände bestehen aus evergreen-Kunststoffplatten mit Bretter-Gravur.

Bild 15: Die Aufbauten sind weitgehend komplett

 

Bild 16: Stb.-Flakstand mit etwas Zubehör

Bild 17: Endschiff mit Reling

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fertigstellung der Aufbauten

 

Bilder 18 und 19: Das Modell kurz vor der Fertigstellung, noch mit der ersten Reling

 
Bild 20: Deckshaus mit Podesten für die Signalgasten Bild 21: Alte Reling mit Schutzgitter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild 22: Die per 3d-Druck entstandenen Relingteile sind montiert, die Geschütze haben ihre Kennungen erhalten. Es müssen nur noch  einige Kleinigkeiten ergänzt werden. Die erste Probefahrt zeigt, daß das Modell ohne weiteren Ballast genau bis zur berechneten Wasserlinie eintaucht.