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Der Bau von Schiffsmodellen war mein erstes systematisch und fast durchgängig betriebenes Hobby.

Begonnen hatte alles in den frühen 50er-Jahren mit einem  Kartonmodell des niederländischen Passagierschiffs Willem Ruys (ist 1994 als Achille Lauro im Indischen Ozean ausgebrannt und gesunken). Mein Vater hatte mir den Bogen aus den Niederlanden mitgebracht. Derartige Modelle waren mir völlig neu, bis dahin kannte ich nur Bausätze für die Modellbahn. Später entdeckte ich die Wilhelmshavener Modellbaubogen und baute davon einige Modelle. Das größte war der Flugzeugträger Forrestal.

Den zu der Zeit schon erhältlichen Plastik-Schiffsmodellen konnte ich nicht viel abgewinnen, sie waren zu teuer und zu klein. Außerdem störte mich, daß man sie mit für diese Zwecke kaum geeigneten Farben bemalen mußte. Nach und nach wurde dieses Angebot aber größer und die Dinger hatten einen Riesenvorteil: sie konnten im Gegensatz zu Kartonmodellen schwimmen und besaßen in Ausnahmefällen sogar etwas, das man mit viel gutem Willen als 'Antrieb' bezeichnen konnte. Allerdings beschränkte sich dieser auf wenig effektive Elektromotoren mit hohem Batterieverbrauch. Und es gab keine Möglichkeit, die Modelle zu steuern. Zudem war oft die Selbstversenkung vorprogrammiert, weil die Schraubenwellen aus einfachen Stahldrähten bestanden, die ohne Stevenrohr kaum abzudichten waren.

Praktischer und unter dem Strich preisgünstiger waren Segelschiffsmodelle, die gab es aber fast nur von historischen Schiffen, sie hatten sogar Segel - aus Margarinedosendeckel-Material: klarer Fall für den Mülleimer. Konsequenz: es mußten echte Segel hergestellt werden, eine Nähmaschine war vorhanden und passender, leichter Stoff war damals günstig zu bekommen.

Später lebte ich als Student in Göttingen und dort gibt es den Kiessee, an dem ich ab und zu Leute mit etwas größeren Schiffsmodellen sah, die aus mir nicht sofort ersichtlichen Gründen Geschwindigkeit und Kurs änderten. Als ich dann einen der 'Skipper' mit einem Gerät, das einem Transistorradio sehr ähnelte, am Ufer stehen sah, ahnte ich etwas. Ich lernte in der folgenden Zeit viel über Funkfernsteuerungen. Erkundigungen im Modellbaugeschäft (so etwas gab es zu der Zeit noch in fast jeder größeren Stadt) lieferten ein niederschmetterndes Ergebnis, für einen Studenten mit durchschnittlichem Monatswechsel war solch ein Gerät praktisch unerschwinglich.

War's das?

 

Nein!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Modellbaukasten, die Elke von Graupner, interessierte mich sehr und lag gerade noch im bezahlbaren Rahmen. Allerdings - ein Motormodell ohne Fernsteuerung - eine recht unsichere Angelegenheit.

Auf dem Kartonbild war eine sehr knappe und den 'normalen' Fahrbetrieb kaum beeinflussende Besegelung dargestellt, diese Segel müsste man doch vergrößern können? Man konnte! Hier ist das Resultat:

Ich hatte das Schiff ohne Verwendung der Aufbauten als Ketsch getakelt und es lief nur unter Segeln, obwohl ich eine komplette Antriebsanlage gleich mit eingebaut hatte, weil das nachträglich sehr kompliziert gewesen wäre .

Zum Fahren mietete ich mir im Bootsverleih ein Ruderboot und fuhr 'Geleitschutz'. Ruder und Segel wurden fest eingestellt, dann ging's ab. Ich mit dem Ruderboot achteraus gestaffelt hinterher. Einen ganzen Sommer lang, fast jedes Wochenende, um Erfahrungen zu sammeln und die Takelage zu verbessern.

Mein größtes Lob kam zwischendurch einmal von einem 'echten' Segler mit einer Piraten-Jolle.

Er meinte: '... läuft aber gut Höhe'. Das ging runter wie Öl.

Nun - es kam, was kommen musste. Ich hatte durch Nebenjobs genug Geld für eine einfache Zweikanal-Anlage zusammen. Damit konnte man das Modell steuern und den Motor kontrollieren. Das war dann der wahre Anfang meines Hobbys.

 In der Zeit darauf baute ich noch ein paar Modelle, mit denen ich weitere Erfahrungen sammeln konnte. Mein erstes Modell hatte ich von Zeit zu Zeit umgebaut, zuletzt hatte es auch ein Bugspriet und neue, lohfarbene Segel bekommen. Ich konnte es dann zum Materialpreis mitsamt der Fernsteuerung verkaufen, das reichte für eine bessere Anlage mit mehr Kanälen: auch Sonderfunktionen wurden nun möglich.